Verschwundene Geräusche Dampflock

Vom Aussterben bedroht: Verschwundene Geräusche

Der Wandel der Zeit bringt viele Neuerungen mit sich. Oftmals nehmen wir diese erst im Nachhinein war, so auch langsam verschwindende Geräusche.

Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, in denen in großen Büros eine überwältigende Geräuschkulisse herrschte? Analoge Schreibmaschinen, beim Einwählen fiepende Modems und ratternde Telefonwählscheiben gehörten zum guten Ton. Nach und nach sind viele dieser Geräusche verschwunden und in Vergessenheit geraten. Fast. Für die Nostalgiker unter uns gibt es Archive, die kleine akustische Zeitreisen ermöglichen und längst vergessene Töne wieder zum Leben erwecken. Auf Websites, wie savethesounds.info, können Sie auch heutzutage die Symphonie einer startenden Windows-95 Maschine hören.
Zur Normalität gehörten auch das Rauschen von Fernsehgeräten, das zugehörige Geräusch, wenn eine VHS-Kassette in den Videorekorder eingeführt wurde, Kaffeemühlen oder der klassische Flipperautomat. Es gibt jedoch nicht nur die bereits verschwundenen Geräusche, sondern auch die, deren Aussterben wir miterleben, ohne es wahrzunehmen.
Beispielsweise sind Münztelefone oder Handytastaturen aktuell dabei, aus unserem Alltag zu verschwinden und auch die dazugehörigen Geräusche werden irgendwann nur noch eine Erinnerung sein, wie das dumpfe Knacken der Plattenspielernadel auf Vinyl. Das Holpern der Autos über Pflasterstraßen, der Klang der Glocken an früheren DDR-Bahnschranken, alles ein Teil der Geschichte. Ein wenig wehmütig denken wir auch an das schwere Schnaufen und das schneller werdende Tsch-tsch-tsch einer Dampflok zurück, die sich nebst Dampfpfeife ankündigte. Schmalspurstrecken der Harzer-Brockenbahn, der Rasende Roland auf Rügen und die Mecklenburgische Bäderbahn Molli erhalten diese Töne zumindest teilweise am Leben. Seiten wie Salamisound, Conservethesound und Savethesound konservieren diese Geräusche für jeden und bieten diese sogar zum Download an.

Bereits seit Jahrhunderten dokumentiert die Menschheit ihre Geschichte in Bildern, den Ton festhalten, können wir leider erst seit wenigen Jahrzehnten. Die ersten wissenschaftlichen Versuche unsere Geräuschwelt zu konservieren und zu erhalten, fanden laut Akustik-Experten in den 70er Jahren statt.

Verschwundene Geräusche

Daher ist viel wertvolles Wissen verloren gegangen. Die Stimmen von antiken Künstlern oder Laute von längst ausgestorbenen Tierarten können wir nur noch erahnen. Auch heute wird unsere akustische Welt nicht vollends festgehalten und das klingt nicht gut. Wenn Sie sich auf eine Zeitreise begeben wollen, besuchen Sie doch einfach die genannten Seiten für konservierte Geräusche und schwelgen Sie ein wenig in Ihren Erinnerungen.