Je früher, desto besser

Wird bei einem Kind eine Hörstörung festgestellt, muss schnell gehandelt werden. Hörakustik Vollbach setzt dafür auf Spezialistinnen.

Einem Kind dabei zu h­elfen, gut hören zu können, ist für Sinah Kanngießer mehr als ein Job. Das perfekte Hörsystem für ein Kind zu finden ist jedes Mal eine besondere Herausforderung, „und die glücklichen Gesichter von Eltern und dem Kind sind der beste Ansporn, den es gibt“, sagt Kanngießer. Sie arbeitet als ausgebildete Hörakustikermeisterin bei Hörakustik Vollbach in Paderborn. Durch eine Zusatzausbildung zur Pädakustikerin hat sie sich auf Hörsysteme für Kinder spezialisiert. „Ich bin sehr froh, diese Möglichkeit bekommen zu haben, denn die Arbeit mit Kindern macht total Spaß und erfordert besondere Kenntnisse und Herangehensweisen“, sagt auch Kanngießers Kollegin Theresa Fleckner.

Da ist zum einen die Arbeit mit dem Kind. Die Herausforderung ist klar: Besonders kleine Kinder wissen noch nicht, wie gut sie hören. Je nachdem wie klein sie sind, wissen sie nicht mal, was Hören überhaupt ist. Daher ist es wichtig für das Pädakustiker-Team von Hörakustik Vollbach, sich viel Zeit für die Arbeit mit den Kindern zu nehmen, um deren persönliche Hörfähigkeiten möglichst genau kennenzulernen und so das bestmögliche Hörgerät zu finden. „Wir gehen dabei sehr spielerisch mit den Kindern um“, sagt Fleckner. Auf diesem Weg finden sie und ihre Kolleginnen gemeinsam mit den Eltern viel mehr über etwaige Hörprobleme eines Kindes heraus.

Dass die Eltern dabei von Anfang an mitgenommen werden, ist bei Hörakustik Vollbach selbstverständlich. Denn auf sie kommt es besonders an. „Es ist ganz wichtig – auch wenn die Situation natürlich schwierig ist für die Eltern – dass sie den Mut aufbringen und sich eingestehen, dass ihr Kind ein Hörproblem hat“, erklärt Fleckner. Vielen fällt das nicht leicht. Doch es ist wichtig, frühzeitig zu reagieren. Denn wenn ein Kind nicht richtig hören kann, sind weitere Probleme vorprogrammiert. „Es kann zum Beispiel zu Sprachentwicklungsstörungen kommen“, weiß Michaela Weber, sie ist ebenfalls Pädakustikerin bei Vollbach. Sollten Eltern Symptome wie etwa eine undeutliche Aussprache oder aber keine oder eine verzögerte Reaktion nach Ansprechen beim Kind auffallen, muss so schnell wie möglich ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Wochen können hier für den Rest des Lebens einen Unterschied machen. Denn Studien zeigen: Werden Störungen innerhalb der ersten sechs Lebensmonate gut versorgt, können sich selbst praktisch taub geborene Kinder altersgemäß entwickeln. Hingegen können selbst nur gering ausgeprägte Hörstörungen die sprachliche und soziale Entwicklung eines Kindes massiv beeinträchtigen, wenn sie zu spät entdeckt werden.

Wird beim Arzt dann tatsächlich eine Hörbeeinträchtigung festgestellt, kommt auf die Eltern eine weitere wichtige Aufgabe zu. „Sie müssen den Umgang mit dem Hörgerät unbedingt positiv vorleben“, sagt Michaela Weber. Vielen Eltern fällt das, wie sich im Alltag beobachten lässt, allerdings schwer. So wünschen Eltern sich oftmals möglichst kleine und unsichtbare Hörhilfen, die keiner bemerken soll. Doch für die persönliche Entwicklung des Kindes ist es wichtig, dass Eltern und Angehörige offen, bewusst und positiv mit dem Thema umgehen. „Darum sind Hörgeräte für Kinder meistens bunt und gut sichtbar“, erklärt Weber. So lernt das Kind, auch im Umgang mit anderen Kindern, selbstbewusst aufzutreten.

Natürlich gibt es aber auch Geräte, die hinter dem Ohr kaum sichtbar sind. „Auch diese können in bestimmten Fällen die richtige Lösung sein.“ Auch bei der Suche nach dem perfekten Hörsystem sind die Eltern natürlich eng eingebunden. Doch wie genau testet man eigentlich das Gehör von jemandem, der gar nicht sagen kann, ob er gut oder schlecht hört? „Da gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten“, sagt Theresa Fleckner. Die meisten Tests, gerade für Säuglinge oder sehr kleine Kinder, zielen laut der Pädakustikerin vor allem auf die Reaktion des Kindes ab. Dazu werden am Computer Daten erhoben, die den Spezialkräften zeigen, wie stark das Kind auf bestimmte Töne oder Geräusche reagiert. Zudem wird bei regelmäßigen Terminen überprüft, ob das Hörgerät noch ideal eingestellt ist und ob es weitere Optimierungsmöglichkeiten gibt. „Es muss auch niemand Angst haben, dass das Hörgerät den Alltag des Kindes stört“, sagt Sinah Kanngießer, „der oder die Kleine kann toben und draußen spielen, wie jedes andere Kind auch.“ Das liegt daran, dass die meisten modernen Hörgeräte – besonders die für Kinder – sehr robust gebaut sind. Nervige Pfeiftöne, die das Ohr belasten, sind ein Relikt vergangener Zeiten.

Heute lassen sich Hörgeräte sogar mit dem Fernseher oder der Musikanlage koppeln, so dass kein Gerät mehr extra laut eingestellt werden muss. Oder mit dem Smartphone. Das Hörgerät ersetzt einfach den herkömmlichen Kopfhörer. „Eltern müssen sich auch keine Sorgen wegen der Kosten machen, die Krankenkassen unterstützen viele Maßnahmen, wenn es um Hörgeräte für Kinder geht“, sagt Michaela Weber. Die erfahrene Pädakustikerin von Hörakustik Vollbach ist sich zudem sicher, dass sich die technischen Möglichkeiten in Zukunft weiter verbessern. „Schon in den vergangenen Jahren haben sich die Hörsysteme wahnsinnig entwickelt. Heute lassen sie sich ideal an die Anforderungen des Trägers anpassen. Ganz besonders auch an die von Kindern.“